Donnerstag, 18. Juni 2009

Eine Frage des Stils

Wie sieht Falkenturm aus?
Diese Frage beschäftigt mich momentan. Klar ist auf der einen Seite gibt es die verfallende (retro-)futuristische Architektur des Goldenen Zeitalters. Wobei selbst die alles andere als homogen sein wird.

Aber wie sieht das "Jetzt" für Otto-Normal-Abenteurer aus?
Ich will kein wissenschaftliches Essay über Kleidungsdetails in Hintertupfingen machen, aber eine generelle Richtlinie wäre wahrscheinlich schon gut um der gemeinsamen Vorstellung eine Basis zu bieten.
Momentan überlege ich vier Varianten:

1) Spätmittelalter
Fantasy-Standard, der Alltag außerhalb bietet nur wenig bis gar keine höhere Technologie. Eine Wind- oder Wassermühle ist das höchste an Mechanik, Langbögen und Armbrüste sind die Fernkampfwaffen der Wahl, Schwerter und Ritterrüstungen auf den Schalchtfeldern.
High-Tech gibt es nur im Labor des örtlichen Magier-Wissenschaftlers, wo seltsame Reagenzen blubbern, mystische Glühbirnen an der Decke leuchten, Computerbildschirme mit arkanen Diagrammen, seltsame Kreaturen in Stasis-Feldern schweben...
Selbst für einen Stadtbewohner gibt es nur wenig persönlichen High-Tech. Man hat in seiner Wohnung Wände aus Nanokeramik und Leuchtröhren an der Decke, aber der eigene Besitz ist auch weitestgehend mittelalterlich.
Vorteil des ganzen: Man könnte relativ leicht ein generisches Fantasysystem nutzen, ohne sich Regeln für High-Tech aus den Fingern saugen zu müssen. High-Tech=Magie und gut ist.
Nachteil: Es geht irgendwie Flair verloren. Wenn alles was das gesamte Setting von normalen Fantasy-Settings unterscheidet einfach als Fluff in Hintergrund weiterläuft, was bleibt als Alleinstellungsmerkmal?
Ich könnte "die schönsten Titten der Präraphaeliten" als Illustrationen nehmen...

2) Biedermeier/Romantik
Nein mit romantik meine ich nicht Rosamunde Pilcher. Ich meine Caspar David Friedrich und Co.
Die erste Hälfte des 19.Jahrhunderts war in vielerlei Hinsicht eine Zeit der Gegensätze. Zwar dominierten Gewehre längst die Schlachtfelder, aber dennoch waren Säbel und Degen noch nicht obsolet. Dampfmaschinen waren in Bergwerken bereits Alltag, die ersten Dampfeisenbahnen wurden gebaut, aber dennoch waren sie noch eher Exoten und für die meisten Menschen noch längst kein Alltag.
Es gäbe auf der Welt also noch Manufakturen und Fabriken, es gäbe einige wenige Eisenbahnlinien, egal ob uralt oder neu errichtet, Licht käme für die meisten aus Öllampen oder von Kerzen.
In den Städten wären einzelne High-Tech-Gegenstände zumindest in der Oberschicht verbreitet. Ein mp77-Player, eine Taschenlampe mit schier unerschöpflicher Batterie, ein Navigationsgerät (mit veraltetem Kartenmaterial) und ähnliche Kleinigkeiten.
Die Magier sind je nach Typ Alchemisten, Okkultisten oder MadScientists. Ein paar nette Steampunk-Spielereien könnten durchaus auftauchen.
Vorteil: Es entspricht mehr meiner Vorstellung. Und ich mag irgendwie den Stil. Die Militäruniformen, Vatermörder,...
Hier gibt es wirklich Schwerter, Zauberei und Gewehre zusammen.
Mit einem Universalsystem auch gut umsetzbar.
Und Biedermeier ist eine nicht ganz so häufig genutze Epoche für Rollenspielsettings.
Nachteil: Ich hab momentan kein Universalsystem zur Hand. Und ich weiß nicht ob Biedermeier jedermanns Geschmack ist.

3) Wild West
Rauchende Colts, staubige Straßen, Goldrausch und Indianer.
Oder in Falkenturm Rauchende Colts, staubige Straßen, Ruinenrausch und Cyborgs.
Der Stil ist bekannt. Der Techleven ist ähnlich wie bei der Biedermeier Variante. Nur der Stil ist eben anders. Anstelle von Vatermörder hat man Duster.
Wobei Wild West und Biedermeier sogar unter einen Hut zu bringen wären. Biedermeier in der Zivilisation, Wild West an der Grenze zur Wildnis, Frontier eben.
Vorteil: Wild West ist bekannt. Es gibt Systeme die Wild West gut unterstützen.
Nachteil: Es gibt eben schon Systeme und Settings die Wild West in allen Variationen untersützen.

4) Post-Apo
Man haust zwischen Ruinen und Schrott. Man plündert Ruinen um das eigene Tech-Zeug am Laufen zu halten. Die Reste der Apokalypse sind überall.
Ehemalige Polizisten jagen Punks durchs Ödland. Städter suchen Ersatz für kaputte Wasserchips.
Vorteil: Fallout! Post-Apo ist bekannt und recht beliebt und es gibt genug Beispiele wie man es umsetzen kann.
Nachteil: Eigentlich nicht mein Design-Ziel. Falkenturm sollte eigentlich eher Post-Post-Apo sein. Die Welt soll das Post-Apo Stadium hinter sich gelassen haben. Und Post-Apo gibt es eigentlich auch genug.


Fazit?
Bisher noch keins.