Sonntag, 21. Juni 2009

Settingbasteln mit System

Eines meiner Hauptprobleme mit Falkenturm im Moment ist, welche Systeme ich explizit unterstützen kann, soll und will.Imho sollte ein Rollenspielsetting zumindest grob an einem System orientiert werden und nicht tausend Ideen in den Raum werfen, die einfach nicht umsetzbar sind.
Warum ist es für mich momentan so ein Problem ein passendes System zu finden?
Weil ich nur noch extrem selten Rollenspiele spiele. Keine regelmäßige Gruppe, nur ab und zu mal Gastspieler, Chat-RPGs, Freeform-Labertaschen-Erzählrunden,....
Sprich in punkto Systeme bin ich ein wenig weg von Fester. Ich kenn zwar vom Hören-Sagen so einige interessante Systeme, die sich theoretisch eignen können, aber man sollte sie auch kennen um ein Setting umzusetzen.

Was hab ich im Angebot?
D&D Rules Cyclopedia. Stammt aus Teenager Tagen, hat uns damals Spaß gemacht und wäre in der verloren gegangenen Version das System der Wahl gewesen. Man kann es noch ein wenig in der jetzigen Version merken, seien es Anmerkungen, dass man einen guten Platz zum Festungsbau findet, oder die Religionen, die mit dem Gesinungssystem als Hintergedanken entstanden.
Welche Teile des System finde ich für das Setting besonders passend?
Den Festungsbau. Als Spieler bekommt man die Chance seinen Charakter eine Festung bauen zu lassen. Zähm die Wildnis, bau deine Burg mit Magierturm daneben und leg den Grundstein für ein neues Reich. Passt.
Das die Regeln settingfrei sind. Die Mechanismen sind an sich recht neutral und lassen sich durch entsprechendes "färben" an recht viele Versionen der Fantasy anpassen. Wenn der Magier mit Pip-Boys anstelle von Zauberstäben rumfuchtelt, der magische Plattenpanzer aussieht wie eine Power-Armor und Schutzringe duneske Kraftfelder erzeugen lässt sich das durch einfaches Umfärben des Fluffs erledigen.
Dennoch ist es eben doch immer noch im Herzen ein Fantasy-System, dass ohne viel Hausregeln erstmal keinen Platz für Sword, Sorcery & Shotguns bietet.
Ich behalt es trotzdem erstmal im Hinterkopf.

D20 modern. Ich gebs zu, gespielt habe ich bisher nur D&D 3.x, aber der Regelkern ist ähnlich bis gleich. Es gibt das SRD und über Bekannte käme ich wohl auch an das Regelwerk sowie die passenden Zusatzbände (urban arcana und apocalypse) ran.
Wir hätten Zauberei, ein heterogenes Waffengemisch von Schwertern bis Lasern, nach erstem Durchlesen auch eine ganze Reihe von interessanten und passenden Klassen,...
Ich denke es wäre eine Überlegung wert.

Shadowrun. Hab ich in 2er oder 3er Variante mal gespielt. Könnte ich über Bekannte rankommen. Hat Magie und High-Tech. Regeln fand ich nicht ganz soooo toll, aber Version Nr.4 kenne ich nicht, soll aber nach meinen Bekannten besser geworden sein. Naja, mal schaun.

Irgendein Universalsystem (GURPS, Savage Worlds,...). Käme ich über bekannte vielleicht auch ran. Hätte wahrscheinlich alles was ich brauche. GURPS kenne ich allerdings nur von Quellenbuch lesen (wo ich den Regelteil meisten übersprungen hab), Savage Worlds von Hören-Sagen, andere soll es auch noch geben...
Kennt sich da wer besser aus und kann mir Tipps geben, was geeignet wäre?

Donnerstag, 18. Juni 2009

Eine Frage des Stils

Wie sieht Falkenturm aus?
Diese Frage beschäftigt mich momentan. Klar ist auf der einen Seite gibt es die verfallende (retro-)futuristische Architektur des Goldenen Zeitalters. Wobei selbst die alles andere als homogen sein wird.

Aber wie sieht das "Jetzt" für Otto-Normal-Abenteurer aus?
Ich will kein wissenschaftliches Essay über Kleidungsdetails in Hintertupfingen machen, aber eine generelle Richtlinie wäre wahrscheinlich schon gut um der gemeinsamen Vorstellung eine Basis zu bieten.
Momentan überlege ich vier Varianten:

1) Spätmittelalter
Fantasy-Standard, der Alltag außerhalb bietet nur wenig bis gar keine höhere Technologie. Eine Wind- oder Wassermühle ist das höchste an Mechanik, Langbögen und Armbrüste sind die Fernkampfwaffen der Wahl, Schwerter und Ritterrüstungen auf den Schalchtfeldern.
High-Tech gibt es nur im Labor des örtlichen Magier-Wissenschaftlers, wo seltsame Reagenzen blubbern, mystische Glühbirnen an der Decke leuchten, Computerbildschirme mit arkanen Diagrammen, seltsame Kreaturen in Stasis-Feldern schweben...
Selbst für einen Stadtbewohner gibt es nur wenig persönlichen High-Tech. Man hat in seiner Wohnung Wände aus Nanokeramik und Leuchtröhren an der Decke, aber der eigene Besitz ist auch weitestgehend mittelalterlich.
Vorteil des ganzen: Man könnte relativ leicht ein generisches Fantasysystem nutzen, ohne sich Regeln für High-Tech aus den Fingern saugen zu müssen. High-Tech=Magie und gut ist.
Nachteil: Es geht irgendwie Flair verloren. Wenn alles was das gesamte Setting von normalen Fantasy-Settings unterscheidet einfach als Fluff in Hintergrund weiterläuft, was bleibt als Alleinstellungsmerkmal?
Ich könnte "die schönsten Titten der Präraphaeliten" als Illustrationen nehmen...

2) Biedermeier/Romantik
Nein mit romantik meine ich nicht Rosamunde Pilcher. Ich meine Caspar David Friedrich und Co.
Die erste Hälfte des 19.Jahrhunderts war in vielerlei Hinsicht eine Zeit der Gegensätze. Zwar dominierten Gewehre längst die Schlachtfelder, aber dennoch waren Säbel und Degen noch nicht obsolet. Dampfmaschinen waren in Bergwerken bereits Alltag, die ersten Dampfeisenbahnen wurden gebaut, aber dennoch waren sie noch eher Exoten und für die meisten Menschen noch längst kein Alltag.
Es gäbe auf der Welt also noch Manufakturen und Fabriken, es gäbe einige wenige Eisenbahnlinien, egal ob uralt oder neu errichtet, Licht käme für die meisten aus Öllampen oder von Kerzen.
In den Städten wären einzelne High-Tech-Gegenstände zumindest in der Oberschicht verbreitet. Ein mp77-Player, eine Taschenlampe mit schier unerschöpflicher Batterie, ein Navigationsgerät (mit veraltetem Kartenmaterial) und ähnliche Kleinigkeiten.
Die Magier sind je nach Typ Alchemisten, Okkultisten oder MadScientists. Ein paar nette Steampunk-Spielereien könnten durchaus auftauchen.
Vorteil: Es entspricht mehr meiner Vorstellung. Und ich mag irgendwie den Stil. Die Militäruniformen, Vatermörder,...
Hier gibt es wirklich Schwerter, Zauberei und Gewehre zusammen.
Mit einem Universalsystem auch gut umsetzbar.
Und Biedermeier ist eine nicht ganz so häufig genutze Epoche für Rollenspielsettings.
Nachteil: Ich hab momentan kein Universalsystem zur Hand. Und ich weiß nicht ob Biedermeier jedermanns Geschmack ist.

3) Wild West
Rauchende Colts, staubige Straßen, Goldrausch und Indianer.
Oder in Falkenturm Rauchende Colts, staubige Straßen, Ruinenrausch und Cyborgs.
Der Stil ist bekannt. Der Techleven ist ähnlich wie bei der Biedermeier Variante. Nur der Stil ist eben anders. Anstelle von Vatermörder hat man Duster.
Wobei Wild West und Biedermeier sogar unter einen Hut zu bringen wären. Biedermeier in der Zivilisation, Wild West an der Grenze zur Wildnis, Frontier eben.
Vorteil: Wild West ist bekannt. Es gibt Systeme die Wild West gut unterstützen.
Nachteil: Es gibt eben schon Systeme und Settings die Wild West in allen Variationen untersützen.

4) Post-Apo
Man haust zwischen Ruinen und Schrott. Man plündert Ruinen um das eigene Tech-Zeug am Laufen zu halten. Die Reste der Apokalypse sind überall.
Ehemalige Polizisten jagen Punks durchs Ödland. Städter suchen Ersatz für kaputte Wasserchips.
Vorteil: Fallout! Post-Apo ist bekannt und recht beliebt und es gibt genug Beispiele wie man es umsetzen kann.
Nachteil: Eigentlich nicht mein Design-Ziel. Falkenturm sollte eigentlich eher Post-Post-Apo sein. Die Welt soll das Post-Apo Stadium hinter sich gelassen haben. Und Post-Apo gibt es eigentlich auch genug.


Fazit?
Bisher noch keins.

Montag, 15. Juni 2009

Falkenturm, was soll das überhaupt?

Falkenturm ist ein Science-Fantasy Setting, das im Rahmen der Tanelorn Setting Challenge 2009 entstand.
Das Ergebnis meiner Bemühungen findet sich hier. Es ist leider Gottes eher das Wrack der ursprünglichen Setting-Beschreibung, dass sich nach einem netten kleinen Computercrash retten ließ...

Deshalb dieser Blog. Mir fehlt es momentan an Zeit das ganze am Stück neuzuschreiben, deshalb werde ich hier halbwegs regelmäßig Neues, Interessantes und Errata zu Falkenturm veröffentlichen.